Das Problem

Das am zweithäufigsten begangene Delikt auf Autobahnen ist die Missachtung des Rechtsfahrgebots (das meistbegangene ist die Geschwindigkeitsüberschreitung). Mittel- und Linksspurfahrer sind der größte alltägliche Störfaktor, weil dieses Verhalten den Verkehrsfluss behindert und die Kapazität der Autobahn rasch halbiert. Daraus folgen Staus, nahes Auffahren, Drängeln, Aggressionen und Unfälle.

Viele kleine Elefanten

In der Öffentlichkeit werden Raser und Drängler als verkehrsgefährdend und unangenehm abgestempelt. Zu Recht. Ein weiterer verhasster Störfaktor sind Elefantenrennen. Die Gruppe der Mittelspurfahrer, die den Verkehrsfluss stören und mittelbar Staus verursachen, werden jedoch geduldet und verschont. Mittelspurfahrer wirken auf den Verkehr wie viele kleine Elefantenrennen! Das muss anders werden, denn die durch Mittelspurfahrer verursachten Beeinträchtigungen stören den Verkehrsfluss auf Autobahnen 10 mal mehr als alle anderen Störungen. Es sind die notorischen Mittelspurfahrer, die dringend Aufklärung benötigen!

Die Fakten

Mittelspurfahrer sind meist mit 110-140 km/h unterwegs. LKW fahren nur 80 – 90 km/h. Bei diesem Geschwindigkeitsunterschied kann ein LKW innerhalb von 5-8 Sekunden überholt werden. Wenn der Abstand zwischen zwei LKW also 200 Meter beträgt, ist die Freigabe der Mittelspur problemlos möglich.

In der Praxis wird ein PKW, der nach dem Überholen länger als 3 Sekunden auf der Mittelspur bleibt und den nachfolgenden Verkehr behindert, zum Störfaktor = Mittelspurfahrer!

Erwartet wird das Einordnen in die rechte Fahrspur, wenn innerhalb von 10 Sekunden kein weiteres Fahrzeug überholt wird. Die Polizei wird aber – wenn überhaupt – nur aktiv, wenn der Mittelspurfahrer mehr als 30 Sekunden nicht auf die rechte Fahrspur wechselt, obwohl dies möglich und zumutbar wäre.

Der Ausbau von einer 4- auf eine 6-streifige Autobahn kostet uns Steuerzahler € 8,1 Mio. pro Kilometer. Im Vergleich: Der Neubau einer Autobahn kostet € 11,6 Mio. pro Kilometer. Mittelspurfahrer machen aus einer 6-streifigen Autobahn völlig unnötig eine 4-streifige.


Warum gibt es „Mittelspurfahrer“?

Gedankenlosigkeit 30%: Fahrer/innen sind unaufmerksam, die Folgen ihres Verhaltens sind ihnen nicht bewusst.
Unsicherheit/Angst 25%: Wenn ich auf der LKW-Spur fahre, kann ich evt. nicht auf die mittlere Spur wechseln!
Ablenkung 20%: Fahrer/innen sind durch Telefonieren, Navi, und andere Aktivitäten abgelenkt
Falsche Kenntnis 20%: Die Verkehrsregeln zum MIttelspurfahren sind eindeutig – aber wer kennt sie schon?
Rücksichtslosigkeit 5%: „Niemand hat das Recht, mir Vorschriften zu machen“.

Die Verursacher

Folgende Personengruppen sind gehäuft auf der Mittelspur zu finden:

  • Abgelenkte Autofahrer z.B. beim Telefonieren, Essen, Musik hören, Rauchen, oder im Gespräch mit Mitfahrern und Tagträumer nehmen das Verkehrsgeschehen um sich herum häufig nicht bewusst wahr.
  • Autofahrer aus Ländern ohne massives Rechtsfahrgebot, die ihre Gewohnheiten aus der Heimat mitbringen.
  • Menschen mit erhöhtem Sicherheitsbedürfnis, die gerne Abstand nach allen Seiten halten.
  • Menschen mit starkem Ego oder Rechtsbewusstsein: „Schneller als ich soll sowieso niemand fahren. Ich fahre schon 130!“ oder „Ich kann fahren, wo ich will. Niemand kann mich zwingen!“

Das Bußgeld

Seit 2017: Die Missachtung des Rechtsfahrgebots mit gleichzeitiger Gefährdung oder Behinderung anderer Verkehrsteilnehmer kostet € 80,- plus 1 Punkt im Verkehrszentralregister. Das Rechtsüberholen außerorts kostet € 100,- plus 1 Punkt im Verkehrszentralregister.

Unser Ziel: Aufklärung

Ziel des BMSF ist es, alle Autofahrer freundlich und wirksam auf das Rechtsfahrgebot hinzuweisen. Dies erfolgt unter anderem durch folgende Maßnahmenpakete:

Allgemeine & öffentliche Bewusstmachung durch Erinnerung, z.B. Beschilderung auf der Autobahn, BMSF-Aufkleber auf dem eigenen Auto. In Österreich wird das Rechtsfahrgebot öffentlich angemahnt.

Öffentliche Aufklärung im TV, Radio, auf Plakaten, in Sozialen Medien, Zeitschriften, dass das eigene Fahrverhalten den Autobahnverkehr möglicherweise beeinträchtigt und unnötige Staus verursacht. Das BMVI (Bundesministerium für Verkehr und Infrastruktur) könnte vermehrt bundesweit Aufklärungskampagnen durchführen.

Gezielte Aufmerksamkeit durch vermehrte öffentliche Diskussionen und Berichterstattung in Zeitungen, Radio und Fernsehen, damit betroffene Autofahrer ihre Gewohnheiten ändern und bewusster auf das eigene Fahrverhalten achten.

Direkte Aufklärung von Autofahrern, die das Rechtsfahrgebot missachten, ist für den BMSF e.V. nur bei den eigenen Mitgliedern möglich, weil deren KFZ-Kennzeichen bekannt ist. Bei anderen Autofahrern ist die direkte Aufklärung nicht möglich, weil nur die Polizei berechtigt ist, aus dem KFZ-Kennzeichen den KFZ-Halter zu ermitteln und anzuschreiben.

Das Interview

Was sind unsere Ziele? Josef Grünbichler, Vereinsvorsitzender des BMSF, im Interview in der Morning Show des SWR 3

So gehen wir vor

Der BMSF e.V. fördert und unterstützt Aktivitäten zur Aufklärung und Beratung von Autofahrern mit dem Ziel, aufmerksam und umsichtig zu fahren, das Rechtsfahrgebot zu beachten, Unfälle zu vermeiden und Staus zu verhindern.

Mitglieder werden gebeten, den RECHTS FAHREN-Aufkleber an Ihrem Auto anzubringen. So werden andere Autofahrer an das Rechtsfahrgebot erinnert.

Für die Umsetzung unserer Ziele setzen wir auf öffentliche Sichtbarkeit und humorvolle Erinnerungen an das Rechtsfahrgebot. Bitte unterstützen Sie unsere Arbeit durch

  • Mitgliedschaft im BMSF (hier klicken).
  • Spenden – sind steuerlich absetzbar! – an BMSF e.V. –
    IBAN DE96 7005 2060 0022 5191 10
  • Kreative Ideen – bitte per E-Mail an info@bmsf.de

BMSF e.V. – Gemeinnütziger Verein zur Beratung von Mittelspurfahrern
Westendstr. 34
86916 Kaufering

Was sagen die Medien zu Mittelspurschleichern?

In den Medien und bei verkehrsaffinen Verbänden und Vereinigungen findet sich ein breites Echo zu unserem Problemthema. Hier ein paar Auszüge.

Videos zum Thema

Videos in Facebook

Vom Radiosender Bayern 1   und vom ADAC